Hyaluronsäure Filler

Eintrag von Prof. Dr. Biemer am 13 February 2012 | 0 Kommentare

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Letztes Wochenende nahm ich an einer von der Industrie veranstalteten Fortbildung teil, die sich mit den Möglichkeiten von Hyaluronsäure-Fillern beschäftigte. Erstaunlich die große Teilnehmerzahl – jedoch nur wenige Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie .

Während vor wenigen Jahren noch gezielt einzelne, störende Falten unterspritzt wurden, so zielt heute die Behandlung auf das "Full Face" ab. Die Unterspritzung bzw. Volumenauffüllung tritt in Kongruenz mit einer operativen Behandlung wie der eines Facelifts.

Ein höchst bemerkenswerter Wandel, zumal immer noch gilt:

1.   Der Standard für eine Gesichtsverjüngung ist das durch ein Facelift operativ zu erreichende Ergebnis. Hieran müssen sich alle alternativen Behandlungen im Ergebnis messen lassen.
2.   Da das Ergebnis einer solchen "Spritzenbehandlung" knapp 1 Jahr hält, muss eine dauernde Weiterbehandlung erfolgen.

So wurde z.B. eine über 60-jährige Patientin vorgestellt, die seit 2005 mehrmals im Jahr in "Behandlung" ist und bei der Veranstalltung erneut "aufgefüllt" wurde. Das Ausgangsbild vor 7 Jahren zeigte ganz klar die Indikationen für eine Facelift Operation. Dadurch hätte die Patientin ein für 8 bis 10 Jahre haltendes – aus meiner Sicht auch wesentlich besseres - Ergebnis erhalten.

Dass die Einspritzung von Hyaluronsäure-Präparaten nicht immer so harmlos ist, zeigen Bilder von Hautnekrosen nach Thrombosierung von Gefäßen und Berichte von Allergien. Aber der Markt wird von einer Vielzahl von Präparat-Variationen überflutet. Für jede Falte ein bestimmtes Produkt! Auch wird bessere Elastizität, Spannkraft, Hydration etc. für die Haut versprochen, ohne irgendeinen objektiven Nachweis.

Ein anderes Problem sehe ich in der "umfassenden und eingehenden Aufklärung", die der Gesetzgeber berechtigter Weise bei ästhetischen Eingriffen verlangt. Werden solche Patienten – meist nicht von Plastischen Chirurgen behandelt – dahingehend aufgeklärt, dass eine Facelift-Operation Ihre "Probleme" dauerhafter und meist besser behebt? Von den Kosten der immer wieder notwendigen Behandlung ganz zu schweigen.

Ich glaube, hier wird besonders mit der natürlichen Scheu vor einer Operation in Narkose gespielt, ohne die sachlichen "Für" und "Wieder" objektiv darzulegen.


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