Facelift - ein unklarer Begriff

Eintrag von Prof. Dr. Biemer am 14 March 2011 | 60 Kommentare

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Immer wieder erlebe ich, dass Patientinnen mit unterschiedlichen Vorstellungen und vor allem unterschiedlichen Bezeichnungen in Bezug auf ein „Facelift“ zu mir kommen. Inzwischen wird es ja selbst für den Fachmann unübersichtlich was sich hinter den vielen Pseudo-Bezeichnungen wie etwa "Biolift", "Minilift", "Volumenlift" ect. verbirgt. Oft werden auch von verschiedenen Autoren unterschiedliche Techniken darunter verstanden.

Grundsätzlich versteht man unter einem „Facelift“ die operative Gesichtsverjüngung. Aber auch hier gibt es ganz unterschiedliche Techniken – von der reinen Hautspannung bis zum Mehrschichten-Facelift. Das Grundprinzip ist heute, eine Wiederherstellung des jugendlichen Gesichtes zu erzielen. Techniken, die nur eine Hautlösung und Hautspannung umfassen, sind „out“! Sie hinterlassen höchstens ein operiertes Aussehen, aber keine wirkliche Verjüngung.

Beim alternden Gesicht kommt es neben einem Verlust der Hautelastizität zu einem Herabsinken von Fettpolstern und Erschlaffung und Verlagerung von Gesichtshalsmuskeln. Das Prinzip ist deshalb heute, alle herabgesunkenen Strukturen zu mobilisieren und wieder dahin zu bringen, wo sie früher waren. Insbesondere aber, die jugendliche Fülle im Mittelgesicht und Jochbeinbereich wiederherzustellen. Dies wird nur erreicht durch ein Mehrschichten- bzw. Composite-Facelift. Die heute so viel versprechenden Angebote, wenig oder kein Risiko bei einem Mini-S-Biolift oder wie sie alle heißen zu haben, ist der Ausdruck dafür, dass nur sehr limitiert – wenn überhaupt – eine Verbesserung erreicht wird. Keine richtige Operation schließt natürlich größere Risiken aus, bringt andererseits auch keine wirkliche Verbesserung für die nächsten 8 bis 10Jahre.

Um ein umfassendes Facelift etwas hinaus zu zögern, gibt es heute viele Möglichkeiten um erste Anzeichen des „Alterns" im Gesicht auszugleichen. Insbesondere müssen hier endoskopische Verfahren für Stirn und Mittelgesicht genannt werden. Da sie nach komplexeren Techniken und Ausrüstung verlangen, werden sie nur wenig angeboten – absolut zu unrecht.

Immer ist aber eine individuelle Analyse des Gesichtes und anschließend eine individuelle Behandlungsempfehlung notwendig. Dadurch wird es auch leichter für den Patienten, sich im Dickicht der vielen Namen und Variation zurecht zu finden.

Die Beratung sollte so umfassend sein wie der Eingriff es verlangt.


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